Ich hab euch ja schön öfter davon erzählt, dass ich das ein oder andere Buch aus der Wühlkiste hole. Andere erhalte ich dann über Leserunden bei Lovelybooks. Ich habe ja bisher selbst meine beiden ersten Romane auf LB zur Leserunde ausgeschrieben und war für die Erfahrungen drum herum sehr dankbar. Natürlich wünscht man sich als Autor, dass dann auf einmal die Verkaufszahlen explodieren, sich die Rezensionen multiplizieren und der Ruhm sich seinereiner verselbständigt - wünscht 😏
Ja, das wünsche ich mir auch und ich wünsche das eigentlich allen Autoren, die sich wie ich, auf den Weg des Selfpubishing gemacht haben.
Daniela begegnete ich virtuell in einer Lovelybooks-Autorengruppe. Sich Gleichgesinnten anzuschließen ist aus meiner Warte keine schlechte Idee. Kontakte knüpfen, Erfahrungen austauschen, ganz besonders über Leserunden und Leser, die gern mal ein Buch abgreifen, und dann doch nicht teilnehmen. Für einen NewBe wie mich, ein praktisches Muss. Lange Rede, kurzer Sinn - Daniela veranstaltete eine Leserunde für ihren Elbenroman. Ich interessierte mich schon vorher für das Thema, ich hatte als notorischer Stalker 😝 natürlich nachgeforscht.
Im Nachhinein fühle ich mich ja schon fast als Krimineller, mit meiner Profilstalkerei. 😉
Das bin ich natürlich nicht - also kriminell - aber stalken tu ich dennoch hin und wieder, weil ich einfach von den Autoren der Geschichten, die ich da alle so lese, ein wenig wissen will.
Ich konnte nun bei dieser Leserunde eines der Printexemplare ergattern.
Also macht man sich natürlich auf die Suche nach den Infos, die ich für so einen Blogartikel brauch.
Ich such dann mal immer nach den
Grundlegenden Informationen zum Buch:
Taschenbuch: 300 Seiten
Verlag: epubli Auflage 1, 15. Mai 2017
ISBN-10: 3742703129
ISBN-13: 978-374203125
Größe: 12,5 x 1,9 x 19 cm
Über die Autorin:
Daniela Zörner wurde 1963 in Niedersachsen geboren. Nach dem Studium zog sie viele Jahre lang als Pressefotografin und Journalistin kreuz und quer durch Deutschland. Heute lebt die freie Autorin mit ihrem Ehemann leidenschaftlich gerne in Berlin. Ein Faible für Literatur unterschiedlichster Genres, das besondere Licht des Nordens, sowie ungewöhnliches Strandgut wetteifern um ihre knapp bemessene Freizeit. Ihre Motivation, immer wieder zu Block und Stift zu greifen, lautet kurz und knapp: Sie kann nicht anders.
(Quelle: https://www.amazon.de/Daniela-Z%C3%B6rner/e/B00DC2N9SI/ref=ntt_dp_epwbk_0 )
Klappentext:
Ihr blieb die Spucke weg. Hatten sie wirklich gerade 'Elbe' gesungen? E-L-B-E?
Noch bevor Lilia begreift, wie ihr geschieht, schlittert sie in Berlin zwischen die kampferprobten Fronten von Elben und Dämonen. Rebellisch versucht die junge Frau, sich gegen den Sog einer wahrhaft mystischen Geschichte zu stemmen. Doch bald muss Lilia erkennen, dass sie den ihr zugewiesenen Schicksalspfad nicht einfach verlassen kann. So wächst sie, angeleitet von der Elbe Elin, zu einer Halbelbe heran. Auf der Suche nach verschollenen Amuletten trifft Lilia in Schottland den arroganten Halbelb Alexis. Ihre Begegnung sorgt für geballtes irdisches Chaos.
Das Licht stehe ihr bei!
Cover
Auf die Frage in der Leserunde, wie mir das Cover gefällt, antwortete ich: Ich würde es als Essenz einer mystischen Kraft bezeichnen. Eine blaue Flamme, die Kraft gibt und Macht verleiht.
Es kann natürlich auch ein Gefäß für einen Geist oder eine Seele darstellen. Wie eine Seifenblase schwebt es auf blauem Hintergrund.
⭐⭐⭐⭐⭐
Idee
Man braucht ein paar Seiten, um zu erfassen, was die Autorin da erzählt. Man merkt erst nach und nach, dass es sich um eine Lebensgeschichte handelt. Die Geschichte von Lilia Joerdis van Luzien, eine Halbelbin. Lilia ist der Mensch und Joerdis die Elbe, eine ganz besondere Elbe, denn Joerdis ist die Elbenfürstin.
Die Idee gefällt mir persönlich sehr gut und zur Umsetzung komme ich ja gleich.
Hier gibts alle 5 Sterne
⭐⭐⭐⭐⭐
Geschichte
Gleich zu Beginn landen wir erst einmal 44 Jahre in der Vergangenheit, Lilias Vergangenheit.
Auch wenn ich durchaus nachvollziehen kann, dass in den 60er Jahren auf dem Land, in winzigen Dörfern, recht ärmliche Verhältnisse geherrscht haben, so fühlte ich mich dennoch mit den Beschreibungen mehr im Mittelalter. Die Kräuterhexe gehört dann aber eindeutig zu mittelalterlichen Mythen. Die erfinderische Freiheit des Fantasygenres gestattet aber solche Darstellungen.
Als wir dann in der heutigen Zeit angekommen sind, wird alles recht normal. Lilia (wir wissen ihren wirklichen Namen eigentlich nicht) ist eine Mittvierzigerin, die offensichtlich recht lange allein in Berlin lebt.
Hier beginnt es, und es könnte nicht schöner sein, als mit einem Buch. Einem ganz besonderen Buch, dass sich so ganz klamm heimlich in ihr Leben schlich. Dann war es da, oder war es nur in ihrem Kopf. Mit diesem Buch schleichen sich die Elben in ihren Kopf und man kann im Laufe der Geschichte immer mehr 'hören' wie sie (kursiv) singen.
Ja, aus der namenlosen Erzählerin wird mittels eines Wunsches, schön, reich und gesund zu sein, über Nacht Lilia. Wir werden Zeugen einer starken Veränderung, denn von ihrem bisherigen Leben bleibt am Ende nichts. Sie bekommt von den Elben ein wundervolles Leben und viel Geld, mit dem sie auch viel Gutes tun kann.
Allerdings hat man nach und nach das Gefühl, dass alles aus ganz bestimmten Gründen geschieht.
Als sie dann die Aufgabe bekommt, eine Kriminalkomissarin zu überzeugen, dass sie in der Lage ist, alte Fälle aufzuklären, weil sie so was ähnliches wie "hellsehen" kann, geht mir das an manchen Stellen etwas zu schnell. Zu wenige Fragen, zu wenig Zweifel. Das liegt abermals im schriftstellerischen Freiraum, den das Genre gestattet. Also alles eigentlich halb so wild. Und während Lilia lernt und alle Anweisungen befolg, entstehen so nach und nach Zweifel beim Leser.
Der ewige Kampf, Gut gegen Böse. Die Dämonen scheinen irgend etwas auszuhecken, oder warum mehrt sich ihr abscheuliches Tun? Lilia folgt anfänglich, entwickelt aber doch nach und nach ihren eigenen Kopf.
Als sie Alexis begegnet hat man das Gefühl, dass es gleich kracht und merkt recht schnell, dass da noch mehr kommt. Er könnte durchaus ein Anker sein, der Lilia erdet, ein väterlicher Freund, und diesmal ein ehrlicher Freund.
Die Geschichte bekommt von mir eigentlich 4,5 Sterne, weil es mir eben an mancher Stelle einfach etwas zu einfach, zu glatt war.
Da ich keine halben Sterne vergeben kann und das andere drumherum so toll ist, gibt es
⭐⭐⭐⭐
Fazit
Die Geschichte der Lilia Joerdis van Luzien, Band 1, die Elbenfürstin ist genau das, was ihr Titel verspricht. Eine fantastische Geschichte über die Wandlung einer Frau. Wir erfahren viel über die Güte ihrer Seele und wir spüren die heranwachsenden Zweifel. Meinen die Elben es wirklich so gut mit ihr? Warum soll sie immer wieder 'gehorchen'? 'Weder Lilias menschlicher Seelenteil, noch ihr Herz wollen sich unterwerfen.'
Unterwerfen? Waren die Elben etwa doch nicht die engelsgleichen guten Wesen in diesem Spiel? Nun, wer bei dieser Geschichte ein Abenteuer sucht, sucht vergeblich. Wer sich aber auf die Geschichte einlässt erfährt und erfühlt sehr viel von Lilia, denn Joerdis schläft noch.
Als im allerletzten Satz des letzten Kapitels Joerdis zum ersten Mal mit ihr spricht, wäre ich vor Neugier auf den zweiten Teil fast geplatzt.
Die Geschichte bekommt in der gesamten Wertung fünf von fünf möglichen Sternen und ich bin furchtbar gespannt auf den zweiten Teil
⭐⭐⭐⭐⭐
Zum Abschluss noch ein kleines Zuckerle
Ich wünsche Euch allen nun noch einen wunderschönen Sonntag.
Eure
Veronika
Geschichten und solche die es werden wollen. Etwas von allem, ein bisschen Leben, ein bisschen Fantasie und ein bisschen von dem was ich über andere Bücher denke.
Sonntag, 9. September 2018
Sonntag, 19. August 2018
Rezension / Werbung zu "Blut gegen Blut" von Benjamin Sprang
Auf Benjamin Sprang stieß ich kurze Zeit nach der Veröffentlichung meines Debütromans "Die dritte Generation Norden". Zu dieser Zeit schaute ich mich intensiv auf den Seiten von Kollegen um. Meine Intension dahinter: sehen, wie andere ihr Marketing betreiben, Ideen sammeln und Kontakte knüpfen. So habe ich neben Benjamin auch die Steffi (götterkinder.de) gefunden, durch die ich den Impuls erhielt, aus diesem vorhandenen "Geschichtenblog", der zu einem Rezepteblog mutiert war, wieder einen Geschichtenblog zu machen. Hierzu lese ich die Storys anderer Autoren und bewerte sie, genau so erzähle ich von mir (Rezepte) und von meinen eigenen Geschichten.
Benjamin nun hat bei mir nicht angefragt (was ich jetzt aber generell nicht ablehnen würde), er verwendet für sein Selfpublishing ja einen völlig anderen Weg als ich. Ich glaube, meine Kontakte hätten für ein Crowdfundig via Startnext nicht ausgereicht und deswegen bin ich ganz froh, dass es auch anders ging.
Nun, die Geschichte hatte mich neugierig gemacht und so kaufte ich mir den Roman vor - warte mal, ich muss überlegen - ach, vor anderthalb Wochen. 😆
Mir war gar nicht bewusst, dass ich neben Arbeiten, Schreiben, Korrekturlesen, Familie, Sport und Internetpräsenz tatsächlich auch noch so schnell einen Roman mit 353 Seiten lesen kann.
Da scheint sich die Übung langsam auszuzahlen 😜
Aber nun lasst mich zum wesentlichen kommen
Grundlegendes zum Buch:
Taschenbuch: 360 Seiten
Verlag: tredition 21.Jan.2016
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734500745
ISBN-13: 978-3734500749
Größe: 14,8 x 2,1 x 21 cm
Über den Autor:
Benjamin Sprang ist ein verlagsunabhängiger Autor aus dem Saarland. Jahrgang 84 scheint er anders als alle anderen Autoren da draußen, als Kind gar nicht gern geschrieben zu haben, dafür malte er Comics. Seine Berufswahl zum Mediengestalter und der Beruf des Leveldesigners zeigt sich in seiner Geschichte deutlich.
Er erschuf zusammen mit anderen ein eigenes Fantasy-Universum, in dem Vampire, Werwölfe und Menschen gemeinsam das "Doppelmond-Universum" bewohnen.
Alle drei haben eine eigene Kultur und Lebensweise, was viele Leser sicherlich interessant finden.
Er schreibt am liebsten morgens um 5, bevor er zur Arbeit geht. Das ist die ruhigste Zeit des Tages.
Zu finden ist er auf allen gängigen Social-Media-Plattformen und nimmt sich dort auch sicher gerne die Zeit für die Beantwortung aller Fragen. In diesem Zusammenhang empfindet er sich selbst als Autor 2.0.
Klappentext
Im Lande Nuun herrscht seit Jahrhunderten ein blutiger Krieg. Die Menschheit stellt sich mit all ihrer Dampfkraft gegen das mystische Volk der Werwölfe im Norden und das der Vampire im Westen.
Die junge Mechanikerin Katrina lebt mit ihrer Familie im Grenzgebiet. Als der Vater spurlos verschwindet, ertränkt die Mutter ihre Sorgen in Alkohol. Katrina flieht zu ihrem Onkel in die Stadt, muss aber kurz darauf die schützenden Mauern verlassen, um ihre Mutter vor einem tödlichen Fehler zu bewahren, der großen Einfluss auf den Ausgang des Krieges haben könnte.
Auf ihrer Abenteuerlichen Reise stellt Katrina fest, dass neben der Werwölfen auch ein Blutmagier der Vampire gezielt nach ihr sucht. Was ist gerade an ihr so besonderes?
Cover
Auf dem Cover stechen einem zuerst die beiden Monde von Nuun ins Auge - ein Schatten davor, umringt von Wölfen, bei denen man zum Teil nur Augen erkennen kann. Der Schatten könnte alles sein, Mann, Junge, Mädchen oder Frau - jedenfalls menschlich.
Der sehr markante Titelschriftzug mit den gegeneinander gerichteten Kreuzen ist hervorragend gewählt - hier erkennt man den Mediengestalter.
Erwähnenswert sind die sehr schönen Illustrationen, die hin und wieder am Ende der Kapitel auftauchen und wunderbar zur Geschichte passen. Eine tolle Idee, die ich hier erwähne, da es zu den anderen Bereichen weniger passt.
Cover und Illustration bekommen die vollen fünf Sterne
⭐⭐⭐⭐⭐
Idee
Die eigentliche Idee der Geschichte ist nicht neu.
Viele Phantasyromane handeln um ein junges Mädchen oder einen jungen Mann, die eine besondere Fähigkeit besitzen und im Laufe der Geschichte lernen müssen, damit umzugehen. Die Umsetzung in die Welt Nuun, die nur von ihren Monden erhellt wird und in der sich unterschiedliche Wesen den Menschen entgegenstellen ist einzigartig, genau wie Katrinas Fähigkeit.
Deswegen hier vier Sterne
⭐⭐⭐⭐
Geschichte
Nun, da hab ich mich tatsächlich etwas schwer getan, denn obwohl die Idee dahinter wirklich toll ist, so kommt sie immer wieder nicht eindeutig herüber.
Katrinas Charakter wirkt ungelenk, zudem weiß man nicht, ob sie gerade 12 oder 20 ist.
Einmal arbeitet sie auf dem Zeppelinballon und dann wieder wird von dem schwachen Menschenkind gesprochen.
Einmal hat man das Gefühl, sie sei erwachsen, das nächste Mal wirkt sie wie ein kleines Kind.
Ebenso erging es mir bei den Beschreibungen der Orte um mich herum.
Die Weggabelung an der Theobald sie küsste, steht mir recht klar vor Augen, aber wie es in den Walldörfern aussieht oder gar innerhalb der Stadt verschwimmt.
Das gleiche passierte mir dann bei anderen Beschreibungen, so war ich fasziniert davon, wie sie den Kirchendachboden betraten und der Staub aufwirbelte und die Staubkörner im einfallenden Licht glitzerten. Auch war es wunderschön erzählt, wie die zwei Wölflinge miteinander rangelten und lachten, aber bei den allermeisten Kampfszenen wurde ich nicht abgeholt.
Ein wenig enttäuschend, denn eigentlich wartete ich immer darauf, auf die Spannung, das gewisse Gefühl der Unruhe, welches einen auf den Fingernägeln herumkauen lässt.
Kann es sein, dass die ausführliche Beschreibung den Zunder aus den Szenen nimmt. Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass ich die Emotionen vermisst habe.
Zudem hab ich mich an manchen Stellen wie in einem Computerspiel gefühlt - als Helena das Kettensägenschwert zieht - z.B.
Als das "große Gefecht" zum Abschluss dann auch noch über 15 Seiten spritzendes Blut, gespaltene Schädel, platzende Körper und Gedärme ging, musste ich mich wirklich etwas zusammenreißen weiterzulesen.
Gut so, denn überraschenderweise kam dann doch eine Szene, die mich packte - Darec und Katrina im Turm hier passte die Stimmung, hier war die Anspannung deutlich zu spüren.
Ich hab fast das Gefühl, dass die relevanten Szenen möglicherweise zu ausführlich erklärt wurden.
Man merkt einfach den Ursprung aus der Spieleindustrie.
Deswegen komme ich hier auf "nur" zwei Sterne.
⭐⭐
Fazit:
Benjamin hat hier eine Geschichte erzählt, die wohl ein paar Schwächen aufweist. Auch wenn man sich bei den eigentlich spannenden Geschehnissen fühlt, als betrachte man von außen, nur ein Videospiel, so bringt er auf der anderen Seite ein paar Probleme zur Sprache, die einen nachdenklich machen. Er nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es um Alkoholismus geht oder den Hang zur Selbstverletzung. Auch zeigt er auf, wie wichtig eine Familie ist und vor allem, wie schwer gerade dort die Verletzungen, egal welcher Art, wiegen.
Alles zusammen komme ich nun auf eine Gesamtwertung von 3,6 Sternen - da ich keine halben Sterne vergebe kommen wir somit auf vier Sterne in der Gesamtwertung.
⭐⭐⭐⭐
Noch ein paar abschließende Worte von mir.
Ich weiß selbst gar nicht wirklich, ob ich in meinen Geschichten den Spannungsbogen aufrecht erhalten kann, deswegen komm ich mir mit meiner Kritik vielleicht auch ein wenig überheblich vor. Allerdings schreib ich ja nur darüber, wie ich das Ganze empfunden habe.
Wunderschöne Beschreibungen wechseln zu emotionsloser Beschreibung von Gemetzel.
Zu ausführlich? Spannungsbogentötend?
Die Umgebungsbeschreibungen sollte ich mir allerdings auch ein wenig angewöhnen, das wurde ja schon bemängelt.
Da manches ja in anderen Rezensionen auch schon angemerkt wurde, bin ich sehr gespannt auf den zweiten Teil.
Und vielleicht sollte man die Spin-off Geschichten "Blut" geleckt oder die Doppelmond Kurzgeschichten lesen?
Nun, dazu müsste ich mir dann doch wohl einen
E-bookreader anschaffen.
So ihr Lieben, jetzt wünsche ich euch allen noch einen schönen Sonntagabend.
Eure
Veronika
Benjamin nun hat bei mir nicht angefragt (was ich jetzt aber generell nicht ablehnen würde), er verwendet für sein Selfpublishing ja einen völlig anderen Weg als ich. Ich glaube, meine Kontakte hätten für ein Crowdfundig via Startnext nicht ausgereicht und deswegen bin ich ganz froh, dass es auch anders ging.
Nun, die Geschichte hatte mich neugierig gemacht und so kaufte ich mir den Roman vor - warte mal, ich muss überlegen - ach, vor anderthalb Wochen. 😆
Mir war gar nicht bewusst, dass ich neben Arbeiten, Schreiben, Korrekturlesen, Familie, Sport und Internetpräsenz tatsächlich auch noch so schnell einen Roman mit 353 Seiten lesen kann.
Da scheint sich die Übung langsam auszuzahlen 😜
Aber nun lasst mich zum wesentlichen kommen
Grundlegendes zum Buch:
Taschenbuch: 360 Seiten
Verlag: tredition 21.Jan.2016
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734500745
ISBN-13: 978-3734500749
Größe: 14,8 x 2,1 x 21 cm
Über den Autor:
Benjamin Sprang ist ein verlagsunabhängiger Autor aus dem Saarland. Jahrgang 84 scheint er anders als alle anderen Autoren da draußen, als Kind gar nicht gern geschrieben zu haben, dafür malte er Comics. Seine Berufswahl zum Mediengestalter und der Beruf des Leveldesigners zeigt sich in seiner Geschichte deutlich.
Er erschuf zusammen mit anderen ein eigenes Fantasy-Universum, in dem Vampire, Werwölfe und Menschen gemeinsam das "Doppelmond-Universum" bewohnen.
Alle drei haben eine eigene Kultur und Lebensweise, was viele Leser sicherlich interessant finden.
Er schreibt am liebsten morgens um 5, bevor er zur Arbeit geht. Das ist die ruhigste Zeit des Tages.
Zu finden ist er auf allen gängigen Social-Media-Plattformen und nimmt sich dort auch sicher gerne die Zeit für die Beantwortung aller Fragen. In diesem Zusammenhang empfindet er sich selbst als Autor 2.0.
Klappentext
Im Lande Nuun herrscht seit Jahrhunderten ein blutiger Krieg. Die Menschheit stellt sich mit all ihrer Dampfkraft gegen das mystische Volk der Werwölfe im Norden und das der Vampire im Westen.
Die junge Mechanikerin Katrina lebt mit ihrer Familie im Grenzgebiet. Als der Vater spurlos verschwindet, ertränkt die Mutter ihre Sorgen in Alkohol. Katrina flieht zu ihrem Onkel in die Stadt, muss aber kurz darauf die schützenden Mauern verlassen, um ihre Mutter vor einem tödlichen Fehler zu bewahren, der großen Einfluss auf den Ausgang des Krieges haben könnte.
Auf ihrer Abenteuerlichen Reise stellt Katrina fest, dass neben der Werwölfen auch ein Blutmagier der Vampire gezielt nach ihr sucht. Was ist gerade an ihr so besonderes?
Cover
Auf dem Cover stechen einem zuerst die beiden Monde von Nuun ins Auge - ein Schatten davor, umringt von Wölfen, bei denen man zum Teil nur Augen erkennen kann. Der Schatten könnte alles sein, Mann, Junge, Mädchen oder Frau - jedenfalls menschlich.
Der sehr markante Titelschriftzug mit den gegeneinander gerichteten Kreuzen ist hervorragend gewählt - hier erkennt man den Mediengestalter.
Erwähnenswert sind die sehr schönen Illustrationen, die hin und wieder am Ende der Kapitel auftauchen und wunderbar zur Geschichte passen. Eine tolle Idee, die ich hier erwähne, da es zu den anderen Bereichen weniger passt.
Cover und Illustration bekommen die vollen fünf Sterne
⭐⭐⭐⭐⭐
Idee
Die eigentliche Idee der Geschichte ist nicht neu.
Viele Phantasyromane handeln um ein junges Mädchen oder einen jungen Mann, die eine besondere Fähigkeit besitzen und im Laufe der Geschichte lernen müssen, damit umzugehen. Die Umsetzung in die Welt Nuun, die nur von ihren Monden erhellt wird und in der sich unterschiedliche Wesen den Menschen entgegenstellen ist einzigartig, genau wie Katrinas Fähigkeit.
Deswegen hier vier Sterne
⭐⭐⭐⭐
Geschichte
Nun, da hab ich mich tatsächlich etwas schwer getan, denn obwohl die Idee dahinter wirklich toll ist, so kommt sie immer wieder nicht eindeutig herüber.
Katrinas Charakter wirkt ungelenk, zudem weiß man nicht, ob sie gerade 12 oder 20 ist.
Einmal arbeitet sie auf dem Zeppelinballon und dann wieder wird von dem schwachen Menschenkind gesprochen.
Einmal hat man das Gefühl, sie sei erwachsen, das nächste Mal wirkt sie wie ein kleines Kind.
Ebenso erging es mir bei den Beschreibungen der Orte um mich herum.
Die Weggabelung an der Theobald sie küsste, steht mir recht klar vor Augen, aber wie es in den Walldörfern aussieht oder gar innerhalb der Stadt verschwimmt.
Das gleiche passierte mir dann bei anderen Beschreibungen, so war ich fasziniert davon, wie sie den Kirchendachboden betraten und der Staub aufwirbelte und die Staubkörner im einfallenden Licht glitzerten. Auch war es wunderschön erzählt, wie die zwei Wölflinge miteinander rangelten und lachten, aber bei den allermeisten Kampfszenen wurde ich nicht abgeholt.
Ein wenig enttäuschend, denn eigentlich wartete ich immer darauf, auf die Spannung, das gewisse Gefühl der Unruhe, welches einen auf den Fingernägeln herumkauen lässt.
Kann es sein, dass die ausführliche Beschreibung den Zunder aus den Szenen nimmt. Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass ich die Emotionen vermisst habe.
Zudem hab ich mich an manchen Stellen wie in einem Computerspiel gefühlt - als Helena das Kettensägenschwert zieht - z.B.
Als das "große Gefecht" zum Abschluss dann auch noch über 15 Seiten spritzendes Blut, gespaltene Schädel, platzende Körper und Gedärme ging, musste ich mich wirklich etwas zusammenreißen weiterzulesen.
Gut so, denn überraschenderweise kam dann doch eine Szene, die mich packte - Darec und Katrina im Turm hier passte die Stimmung, hier war die Anspannung deutlich zu spüren.
Ich hab fast das Gefühl, dass die relevanten Szenen möglicherweise zu ausführlich erklärt wurden.
Man merkt einfach den Ursprung aus der Spieleindustrie.
Deswegen komme ich hier auf "nur" zwei Sterne.
⭐⭐
Fazit:
Benjamin hat hier eine Geschichte erzählt, die wohl ein paar Schwächen aufweist. Auch wenn man sich bei den eigentlich spannenden Geschehnissen fühlt, als betrachte man von außen, nur ein Videospiel, so bringt er auf der anderen Seite ein paar Probleme zur Sprache, die einen nachdenklich machen. Er nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es um Alkoholismus geht oder den Hang zur Selbstverletzung. Auch zeigt er auf, wie wichtig eine Familie ist und vor allem, wie schwer gerade dort die Verletzungen, egal welcher Art, wiegen.
Alles zusammen komme ich nun auf eine Gesamtwertung von 3,6 Sternen - da ich keine halben Sterne vergebe kommen wir somit auf vier Sterne in der Gesamtwertung.
⭐⭐⭐⭐
Noch ein paar abschließende Worte von mir.
Ich weiß selbst gar nicht wirklich, ob ich in meinen Geschichten den Spannungsbogen aufrecht erhalten kann, deswegen komm ich mir mit meiner Kritik vielleicht auch ein wenig überheblich vor. Allerdings schreib ich ja nur darüber, wie ich das Ganze empfunden habe.
Wunderschöne Beschreibungen wechseln zu emotionsloser Beschreibung von Gemetzel.
Zu ausführlich? Spannungsbogentötend?
Die Umgebungsbeschreibungen sollte ich mir allerdings auch ein wenig angewöhnen, das wurde ja schon bemängelt.
Da manches ja in anderen Rezensionen auch schon angemerkt wurde, bin ich sehr gespannt auf den zweiten Teil.
Und vielleicht sollte man die Spin-off Geschichten "Blut" geleckt oder die Doppelmond Kurzgeschichten lesen?
Nun, dazu müsste ich mir dann doch wohl einen
E-bookreader anschaffen.
So ihr Lieben, jetzt wünsche ich euch allen noch einen schönen Sonntagabend.
Eure
Veronika
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