Sonntag, 17. Juni 2018

Rezension / Werbung - "Eine Frau von Ost nach West" von Britta Banowski

Ihr wisst ja mittlerweile, dass ich immer wieder an Leserunden teilnehme um mein Bücherregal zu füllen.
Es macht in der Regel auch sehr viel Spass weil es sich bisher auch um durchweg tolle Geschichten handelte.
Am allerliebsten bevorzuge ich hierbei Geschichten und Romane von Selfpublishern oder Autoren von kleinen Verlagen, die es immer ein wenig schwer haben, sich auf dem Buchmarkt zu etablieren.
Auch stell ich mich im Supermarkt gerne an den Wühltisch und kaufe Mängelexemplare. Auf diese Weise kommt man sehr günstig an gute Geschichten, die einem die Abende versüßen
Wie gesagt, bisher hatte ich absolut tolle Geschichten - bisher.

Ich hatte also mal wieder eines der begehrten Printexemplare gewonnen - eine Biografie, also durchaus Neuland für meinen eigentlichen Lesegeschmack. Das Thema interessierte mich brennend. Dazu gleich mehr (und ich verspreche, hier wird es tatsächlich mehr dazu geben 😄)





Über die Autorin: 
Britta Banowski wurde 1969 in Schwedt, einer Kleinstadt nordöstlich von Berlin geboren. Vater Zimmermann, Mutter Agrotechnikerin. In Frankfurt/Oder erlernte sie den Beruf der Elektronikerin, wechselte dann aber ins Krankenhaus als Stationshilfe und später Schwesternhelferin.
Ihr Mann stammt aus einem kleinen Dorf im Oderbruch. Aufgrund der schwierigen Arbeitssituation zogen sie zurück nach Schwedt und aus den gleichen Gründen nach der Wende nach Hannover.
Frau Banowski ist Mutter von 3 Söhnen.
Während ihrer Umschulung zur Altenpflegerin erkrankte ihr Mann an Krebs und sie selbst führte die häusliche Pflege, neben der Arbeit, allein zuhause durch, bis es nicht mehr tragbar war.
Außer dieser Biografie, schrieb sie während der Ausbildung  Gedichte, später verfasste sie einen Kinderkrimi für Kinder ab 8.
Quelle: Amazon.de
https://www.amazon.de/Britta-Banowski/e/B01JZMWCF4/ref=ntt_dp_epwbk_0

Grundlegende Daten von "Eine Frau von Ost nach West"
Bereits hier fand ich ein paar seltsame Gegebenheiten, aber lest selbst:
Taschenbuch: 290 Seiten
Verlag: epubli, Auflage 1, 13.11.2017
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 374504620X
ISBN-13: 978-3745046205
Größe: 12,5 x 1,7 x 19 cm

Die Ausgabe meines Exemplars hat dann folgende Daten, welche mit einem anderen Cover ebenfalls auf Amazon erhältlich ist.

Taschenbuch: 189 Seiten
Verlag: indipendent published, 04.05.2018 - im Buch steht
BROKATBOOK Verlag Gunter Pirntke 2018
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1981009361
ISBN-13: 978-1981009367
Größe: 14 x 2,2 x 21,6 cm

Ein Hinweis auf eine Zweitauflage fehlt völlig.
Generell habt ihr aber zwei, möglicherweise nur in geringem Umfang abweichende Exemplare zur Auswahl. Beide sind über Amazon erhältlich - es bleibt also euch überlassen, für welches Exemplar ihr euch entscheidet.
(So ein direkter Vergleich wäre durchaus lustig 😎)

Klappentext:
Es ist eine biografische Geschichte, die die Höhen und Tiefen einer eigentlich ganz normalen Frau schildert, die nicht weniger als 20 Jahre DDR-Geschichte erlebt hatte und dann 1989 ganz plötzlich und unerwartet in einem Land zu leben lernen muss, welches sie nur als Feindbild kannte. In einer einzigen Oktobernacht entscheidet sich ein ganzes Volk dem Sozialismus zu entfliehen, vergisst aber aus lauter Euphorie, welche Folgen diese Entscheidung haben wird. Und von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr wie vorher!

Bisher habe ich Klappentexte nicht sonderlich kommentiert, aber generell ist hier auch schon ein wenig zu erkennen, wie es sich weiterentwickeln kann. ES - gleich zu Beginn würde wesentlich schöner klingen, wenn es DIES wäre.
Der erste Satz ist fast unendlich lang. Es war eine Novembernacht, die alles Entschied, denn am 9. November wurde die Ausreise genehmigt - die Wiedervereinigung fand ein ganzes Jahr später im Oktober statt. Geschichtliche Details sind nicht ganz richtig dargestellt. Aber lasst uns mal ganz zuversichtlich weitermachen.

Cover: 
Das Cover zeigt die beiden deutschen Flaggen. Passt durchaus zum Thema, in der Vorschau kommt es aber klarer raus, als es dann ist. In der Printausgabe wirkt es verschwommen. (Das Problem kenne ich und da das Buch wahrscheinlich ebenfalls auf Create-space hochgeladen wurde, so war die Vorlagendatei wahrscheinlich nicht 'groß' genug und musste gestreckt werden. 

Fairerweise muss man sich aber auch mit dem Cover der Erstausgabe beschäftigen und hier finde ich das Thema bei weitem besser getroffen, wenn nicht um Längen schöner. 

Da ich generell immer alles in meine Rezensionen einfließen lasse, komme ich auf eine Gesamtbewertung von 

⭐⭐⭐

Schreibstil:
Leider muss ich schon hier mit meiner ersten Kritik beginnen, denn der Schreibstil erinnert an einen Aufsatz einer 12 Jährigen. Sicher, eine Biografie schreibt man im Ich-Format, man erzählt ja über sich selbst. Die Wortwahl ist häufig sehr einfach gehalten, der Satzbau besteht teilweise aus nicht enden wollenden Schachtelsätzen (wie beim Klappentext) Die Ausführung wirkt auf mich, wie die eines verärgerten Kindes.
Der Stil erhält von mir lediglich



Das wäre definitiv besser gegangen.

Geschichte/Umsetzung:
Die Geschichte ist eigentlich sehr interessant, denn natürlich ist es interessant, wie ein Mensch aus dem Osten früher gelebt hat, und wie er den Wandel verkraftete.
Auch das Thema Mobbing in Schule und Ausbildung ist interessant, unterschied sich aber damals in keiner Weise von den Situationen, durch die so mancher Wessi auch hindurch musste. Die Autorin sieht zudem immer wieder selbst, dass sie in einer Mangel-wirtschaft aufwuchs, sieht aber die tatsächlichen Gründe dafür nicht. Das zeigen dann auch mehrere Aussagen in der Geschichte - so zum Beispiel nicht Lenin der war, der Anteile des ehemaligen Deutschlands an die anderen Alliierten abzugeben hatte (wie gnädig), sondern es wurde sich vertraglich geeinigt, denn immerhin hatten sie gemeinsam Hitlerdeutschland besiegt. Das ist nicht der einzige geschichtliche Fehler, so erzählt sie z.B. dass Hans-Dietrich Genscher in Ungarn die berühmten Worte: "Ihre Ausreise in die BRD ist..."
Herr Genscher sprach nachweislich auf dem Balkon des Palais Lobkowicz in Prag und sollte ich geografisch richtig liegen, so liegt Prag in der ehemaligen Tschechoslowakei - heute in der Tschechischen Republik. Weiterhin hat Herr Schabowski als Pressesprecher nicht im Oktober die berühmten Sätze gesprochen, sondern er teilte exakt am 9.November um 18.57 Uhr den Ostbürgern mit, dass eine Reisefreiheit für alle Bürger der DDR nun möglich geworden ist.
Das ist jetzt nur ein Ausschnitt der geschichtlichen Fehlinterpretationen - wie es sich mit vorangegangenen Beschreibungen im Bezug auf die Geschichte des Ostens kann ich nicht nachvollziehen, da ich nicht dort aufgewachsen bin.
Ich mache einfach mal weiter mit der Umsetzung und kann mich irgendwie nicht richtig einfinden in diese Geschichte.
Obwohl der Text sehr leicht verständlich geschrieben ist (ich sagte schon, im Stil eines Aufsatzes) springt die Autorin von einem Lebensereignis zum anderen, eröffnet Seitenstränge, die im Nichts enden, spricht Situationen an und verspricht mehrfach, diese zu einem späteren Zeitpunkt auszuführen.
So steht dort über ihre Klassenlehrerin der ersten 5 Schuljahre:
"Denn um Frau Schwarz nicht gleich am Anfang meiner Biografie abzustempeln, werde ich immer mal wieder ein paar kuriose Geschichten einfügen, die diese Frau in ein anderes Licht rücken."
Auf die Fortführung solcher Ankündigungen wartet man vergeblich. Das zieht sich durch die ganze Geschichte - möglich, dass sie wirklich noch etwas darüber erzählen wollte, es dann vor lauter Feuereifer einfach vergaß.
Hierzu hätte ein guter Korrektor durchaus gereicht, der diese Diskrepanzen aufgedeckt hätte und die Autorin entweder dazu angehalten hätte, noch etwas zu dem Thema zu schreiben oder das Versprechen einfach zu löschen.
Offensichtlich ging das Werk nicht mal durch eine Korrektur - und das bei einem Verlag 
🙈
Wie gesagt, das Ganze wäre ja nicht so schlimm, würde so etwas einmalig vorkommen - dann könnte man ja darüber hinwegsehen, aber dann kam dieser Satz:
"Und nur mit viel Glück und meiner eigenen Abwehr habe ich es verhindern können, dass ich heute noch was sehen kann."
Ja meine Lieben, der Satz steht genau so in dem Buch und eigentlich sagt er aus, dass sie jetzt blind ist. 
Ein weiteres Phänomen, sie bringt immer wieder Gegebenheiten durcheinander - so erzählt sie z.B. dass sie während ihrer Lehre (ca. 1985 - 1986) eine Bauchspiegelung durchführen lassen musste - da
".. und erst eine Woche später stellte man eine gynäkologische Diagnose - dem neuen Ultraschall sei Dank."
Später hat sie dann abermals ein gynäkologisches Problem - 1988 hat sie geheiratet und es müsste sich auch in diesem Zeitrahmen bewegen, als eine Schwangerschaft festgestellt wurde, bei der sie ihr als erstes eine Eileiterschwangerschaft vermuteten - dann steht da "In der DDR gab es keine Ultraschallgeräte, jedenfalls zu dieser Zeit noch nicht."
Wie gesagt, sie lässt uns wahllos an Stationen ihres Lebens teilhaben, das Ganze ist unsortiert und unkontrolliert, sonst würden solche Fehler gar nicht vorkommen.
Entsetzt bin ich darüber, dass diese Ausgabe von einem Verlag publiziert wurde, der damit wirbt: Zitat - "kostenlos ein Lektorat und ein Korrektorat enthält"
Weitere Unstimmigkeiten findet man dann auch auf Amazon, wo sie sich selbst eine fünf Sterne Bewertung gibt - mich wundert, dass Amazon diese nicht schon lange gelöscht hat.
Gut, ich Ende mal jetzt hier und gebe euch zu dieser Biografie keine Leseempfehlung.
Allein das Thema, welches tatsächlich sehr interessant hätte sein können, verdient sich hier zwei Sterne. 

⭐⭐

Fazit:
Auch wenn es sich um ein durchaus immer noch aktuelles Thema handelt und ich eigentlich sehr gespannt auf die Leserunde war, so kann ich das Buch nicht weiterempfehlen, da es aus oben genannten Gründen dem Thema in keiner Weise genüge trägt.
Als Berliner-Wessi hat man in den damaligen Zeiten sehr viele Berührungspunkte zum Osten gehabt - wenn wir in den Urlaub wollten, so war es gar nicht möglich dies zu tun, ohne diese innerdeutsche Grenze zu passieren. Selbst im Flugzeug wurden wir reglementiert - mit niedrigen Flughöhen, permanenter Radarüberwachung, langsamer Fluggeschwindigkeit ... etc.
Ja und ich habe auch mehr als nur die schwarzen Tunnel gesehen, denn ich bin auf jede erdenkliche Art und Weise durch den Osten gereist um meine Großeltern in Westdeutschland zu besuchen. Des Weiteren hatten wir weitläufige Verwandtschaft in Hoyerswerda (ja, genau dieses Hoyerswerda, das in der Presse zu zweifelhaftem Ruhm kam), die ebenfalls besucht wurde und Exkursionen nach Berlin Ost.
Traurig, dass ein Mensch dieser Misswirtschaft so hinterhertrauern kann 😔
Traurig, dass man bis heute nicht sehen kann, dass der Ausverkauf der DDR und ihrer Güter bereits viel länger vor der Wende stattgefunden hat, indem sämtliche Rohstoffe und Ressourcen vom großen sozialistischen Bruder abgegriffen wurden.
Der Ami hat den Westen damals gestützt, ihm geholfen wieder auf eigenen Füßen zu stehen, Innovationen gefördert und finanziert - hätte das der Russe mit den Ostdeutschen auch so gemacht, wären nicht so viele untragbare Industriekomplexe in ihren absolut maroden Substanzen dort gestanden. Das konnte nicht standhalten. Dennoch fand ich es damals schon unfair, dass man die dazugehörigen Grundstücke für 1 DMark symbolisch verscherbelte.
Was den extremen Abriss der, gerade in den 60er und 70er Jahren entstandenen Plattenbauten anging - auch diese waren extrem marode - vielfacher Schimmelbefall, kaputte Leitungen - Bleileitungen - fehlende Dämmungen (ob Lärm oder Wärme) eine Sanierung solcher Objekte kostet bis heute mehr, als der Abriss und der Neubau - die Ursache liegt auch hier wieder in der Misswirtschaft und den fehlenden Materialien. Leider ist somit der Konsens der gesamten Geschichte etwas daneben geraten.
Wie ich oben schon andeutete, ist natürlich Mobbing ein Thema, dass sich ganz bestimmt nicht auf Ost oder West aufteilen lässt. Das kam und kommt in beiden Gesellschaften vor und ist für die Betroffenen ganz bestimmt kein leichter Tobak.
Was ebenfalls angesprochen wird - das Thema Verluste.
Natürlich hat ein Mensch, der Ende der 60er Jahre geboren wurde, den ein oder anderen Verlust hinnehmen müssen.
Auch wenn man sich vielleicht noch glücklich schätzen kann, mit den eigenen Eltern sprechen zu können, so vermisst man bestimmt schon Opa oder Oma. Auch das ein oder andere Haustier kann man schmerzlich vermissen, aber ein Kind zu verlieren stellt hier sicherlich das schlimmste Szenario dar.
Egal in welchem Alter dies nun passiert, das ist das allerletzte, was Eltern erleben sollten und hier muss ich der Autorin recht geben, so eine Situation kann einen völlig aus der Bahn werfen - umso besser, dass sie sich Hilfe gesucht hat.
Gesamtwertung
wie ich bereits andeutete, kann ich leider nicht mehr als zwei Sterne verteilen.

⭐⭐

Somit wünsch ich euch einen schönen Sonntagnachmittag

Liebe Grüße

Veronika




Sonntag, 10. Juni 2018

Eine Zugfahrt, Pilates und die Erkenntnis der eigenen Schwäche

So, nun war es soweit.
Ich fuhr Mittwoch Vormittag mit dem Zug nach München, bzw. Nach Oberhaching in die Sportschule zu einem Pilates-Advanced-Kurs. Irgendwie hatte ich da schon ein bisschen ein flaues Gefühl im Bauch, hatte ich doch die letzten Wochen nicht gerade sonderlich viel Zeit um die Basisübungen und die Aufbauübungen zu verinnerlichen.
Tja, aber was tut man nicht alles für seine äußerst liebenswerten Teilnehmer des TSV-1900 Markt Bergel. 😬

Wenn einer eine Reise tut, so kann er viel berichten und so ging es mir dann auch.



Ich packte also meine Sachen und begab mich pünktlich zum oberen Bahnhof.
Bis 9:27 Uhr blieben noch ein paar Minuten und so nutzte ich die Gelegenheit für ein paar Fotos.



Ein älteres Ehepaar gesellte sich zu mir. Sie mit luftig sommerlicher Hose und passender Bluse, er im Anzug. Allerdings hielt er sein Jackett über dem Arm.
Während er versuchte das Bayernticket (die Sonne spiegelte sich im Display) herauszulassen, eilte sie den Bahnsteig entlang, nach vorn und wieder zurück.
Sie müsse sich ein wenig bewegen, bevor sie so lange im Zug sitze, erklärte sie mir.
Ich lächelte wohlwissend, was sie meinte.
Als er mich dann mit der Kamera sah, meinte er freundlich, dass ich doch das alte Bahnhofsgebäude photographieren sollte. Es wäre doch so hübsch.
Nun, er konnte ja nicht wissen, dass sich Bilder davon in meinen Dateien häufen - dennoch knipste ich hier und dort.





Das alte Burgbernheimer Bahnhofsgebäude hat so seine reizvollen Winkel und Ecken, ist nur schade, dass er nicht wieder aufpoliert wird - wenigstens ist er bewohnt, was dem völligen Verfall entgegenwirkt.




Wenig später saß ich dann in der Regionalbahn nach Treuchtlingen. Es war nicht sonderlich voll, die Temperatur war angenehm. Die Klimaanlage funktionierte.
Die Zeit nutze ich, hörte Musik und las ein paar Kapitel in James Rileys 'Story Thieves'. Als Jugendbuch fällt es mir nicht sonderlich schwer, dieses Buch auch im Englischen Original zu lesen - eine Rezension hierzu werde ich euch sicherlich zur Verfügung stellen, sobald ich damit durch bin.
Nur soviel - Mr. Riley schreibt sehr plastisch, man kann sich die Protagonisten leibhaftig vorstellen 🙃


Als der Schaffner kam, hielt er einen kurzen Smalltalk mit der jungen Dame vor mir, die sich mit einem 'Fitzek' beschäftigte. Er fragte sie ob es sich wohl lohnen würde und sie antwortete, dass es wohl darauf ankäme ob einem die Thematik gefiele. 😃
Jedenfalls betrachtete er dann neugierig mein Buch, welches ich auf den Nachbarsitz gelegt hatte um die Fahrkarte aus dem Geldbeutel zu holen.
Der Blick sprach Bände, denn das Cover spricht natürlich auch die seinigen. Eigentlich hätte ich erwartet, dass er fragt, er wollte das bestimmt auch, dachte aber sicherlich, dass ein Buch mit einem Englisches Cover nicht wirklich die richtige Lektüre für ihn sei. Ich bin ehrlich, ich interpretierte das in seinen Gesichtsausdruck, ob das tatsächlich so war, weiß ich nicht 😆




Der Zwischenstopp in Ansbach brachte weitere Passagiere, langsam füllte sich der Waggon. 

Ich las und hörte Musik bis ich dann in Treuchtlingen umsteigen musste. Unser Zug hatte bereits eine geringfügige Verspätung, der Anschlusszug nach München wartete aber geduldig.


Das Umsteigen gestaltete sich nicht sonderlich schwer, ich musste nur von Gleis 7 auf Gleis 6 wechseln, dennoch ist das immer alles andere als gemütlich.
Leider war dieser Zug doch etwas voll und eine Alkoholdunstwolke waberte durch das Abteil.
Wenig später löste sich das aber in Wohlgefallen auf, da die betreffende Person den Zug schon beim nächsten Halt verließ. 

So fuhr ich immer weiter gen Süden.



Als wir in den Augsburger Hauptbahnhof einfuhren, teilte der Schaffner über den Lautsprecher mit, dass der Anschlusszug, ein ICE nach München bereits eine Verspätung von 55 Minuten hatte.
Die Dame mir gegenüber lächelte und meinte, dann könnens alle mitteinand hocken bleim, der Zug hier kommt zur gleichn Zeit in Minga an.
Tja, zu dem Zeitpunkt wussten wir nicht, dass wir noch auf den zweiten Teil des Zuges warten mussten und natürlich von dem ICE auch noch überholt werden mussten.
Mit etwa 15 Minuten Verspätung schlug ich dann in München auf und eilte hinunter zur S-Bahn.
Wenn man die Wege in diesem vor Blechdosencharme strotzenden Bahnhof kennt, so tut man sich nicht schwer, die Strecke in 10 Minuten hinabzuhasten - 3 Mintuten und die S3 Richtung Holzkirchen trudelte ein.
Aus dem Augenwinkel sah ich ein junges Mädel mit Sporttasche die Treppe hinabeilen - auch sie hatte es geschafft und wie sich später herausstellte, war das die Angelika, aus meinem Kurs.



Genau so wie geplant kam ich dann in der Sportschule an.



Ab diesem Moment wurde mir schon etwas mulmig. Advanced war schon eine besondere Herausforderung, die Schule an sich war eine Herausforderung, denn nicht alles ist dort Friede, Freude, Eierkuchen 😉
So fühle ich mich z.B. ein bisschen zu alt um mit einer wildfremden Person in einem Zimmer zu schlafen. Ich schnarche, und das weiß ich und ich bin ungern verantwortlich dafür, dass jemand anderer nicht schlafen kann. 😖
Dann glänzt die Kantine leider nicht mit Qualität - sicher, ich bin schon ein extrem schwerer Kandidat in Sachen Essen, aber so viele Zusatzstoffe sind doch gar nicht notwendig.
Vor allem finde ich den Hinweis an der Kantinentür sehr grenzwertig, denn es ist untersagt, eigene Speisen und Getränke mit hinein zu nehmen.
(Zusatz, es wurde mit mitgeteilt, dass sich das Kantinencatering in wenigen Wochen ändert - frischer Wind wird erwartet)
Nun galt es erst mal das mit dem Doppelzimmer zu klären - ich wusste es bis zum Beginn der Stunde nicht, ob ich nicht doch eine Zimmerkollegin bekommen würde.

Wir begannen unsere Stunde im Freien - das Wetter war toll und im Gegensatz zum Tanzraum wehte ein laues Lüftlein.
Die Runde kannte sich vom vorausgegangenen Aufbaukurs und ich kam mir als kleine dicke Neue ein bissle komisch vor.
Sicher würde ich euch gerne mehr Fotos zeigen, leider ist das aufgrund der neuen Datenschutzverordnung nicht mehr möglich. Ich darf ohne schriftliches Einverständnis der anderen Teilnehmer keine Bilder von ihnen veröffentlichen. Bildmaterial und Videomaterial hätten wir zu genüge 😅


Hier hab ich noch ein Bild vom letzten Jahr gefunden.
Direkt neben dem Springbrunnen, unter den Bäumen, unter denen ich stand, als ich die Aufnahme machte, haben wir also unsere ersten äußerst anstrengenden Pilatesübungen gemacht. Niemand von uns wusste, dass es sich dabei noch um die sogenannten 'leichten' Variationen des Advanced handelte. 




Etwa in der Hälfte unserer 5 Unterrichtseinheiten, fing es dann gewaltig an zu donnern und wir mussten uns leider wieder in das Innere begeben. (ebenfalls ein Bild vom Vorjahr, die linke Seite, dort wo die Bank steht ist jetzt zugemauert und beherbergt einen Vorraum zu den Squash Courts)




9 von den 18 Übungen hatten wir also durchgearbeitet und dabei habe nicht nur ich Blut und Wasser geschwitzt.
Abendessen - für mich ein sehr mageres, denn ich hatte lediglich einen Blattsalat mit Tomaten und einer Scheibe Kardamonbrot, welches ich diesmal völlig ungeniert öffentlich in die Kantine mitbrachte. So konnte ich mich tatsächlich diesmal über Wasser halten.
Zum Ende der Stunde war dann klar, Jana, die eigentlich mit mir das Zimmer teilen sollte, kam aus München und fuhr an dem Abend nach Hause - juhuu - ich konnte also allein vor mich hinschnarchen 😛




Donnerstag Vormittag ackerten wir dann die anderen 9 Übungen durch und wir alle gerieten an unsere Grenzen.
Mir wurden abermals enorme Defizite bewusst.
So habe ich eigentlich kaum Bauchspannung und bin nicht in der Lage, das Powerhouse über mehrere Übungen hinweg gleichmäßig zu halten. Auch ist mein gesamter Schulterbereich verhärtet, so dass ich den Headknots nicht richtig halten kann und mir gewisse Übungen sehr in den Nacken und Halsbereich fahren. Die Lendenwirbelsäule ist verkürzt, weswegen ich durchaus mal tricksen muss, um die Übung auch schön zu gestalten. Einzig die Beine sind in perfekter Spannung und auch im Knie gerade und point an die Decke in der richtigen Spannung. 


Ja, ich müsste selbst einiges mehr tun, selbst mehr üben, damit ich die Übungen auch mal vorturnen könnte.
Mir steht da nur leider immer wieder was im Weg - so ist es dieses Wochenende der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall bei meinem Mann und die Tatsache, dass sich Haushalt, Garten, Wäsche, Essen nicht ganz von alleine macht, es immer durchaus angenehmer ist, wenn man das untereinander aufteilen kann und bei einem Ausfall dieser großartigen Hilfe natürlich alles an einem selbst hängen bleibt - warte, die Jungs haben tapfer mitgeholfen, das muss ich erwähnen, das darf ich nicht verschweigen. 


Nun gut, Renate, die Kursleiterin - hier muss ich der Sportschule ein ganz großes Lob aussprechen, die Dozenten, Kursleiter und Sportlehrer sind genau wie die Ausstattung ganz besonders gut - Renate jedenfalls gönnte uns am Donnerstag Nachmittag eine Pause, denn wir bekamen die Aufgabe gemeinsam ein Aufwärmprogramm auszuarbeiten und dann wurden wir in 2 Gruppen eingeteilt, die mit jeweils 9 Übungen eine Stunde zusammenstellen mussten - für die Übergänge sollten wir Übungen aus dem Basic verwenden.
Wir steckten also die Köpfe zusammen, berieten, probierten aus und waren irgendwann richtig gut gewappnet für den nächsten Tag.
Nach dem Abendessen, bei dem ich erstaunlicherweise einen Hühnchenschlegel ohne Soße und Gedöns ergattern konnte, machte ich mich nach einer ausgiebigen Dusche auf, eine kleine Runde durch das Gelände zu gehen.
Mir schmerzten bereits Muskeln, von denen ich gar nicht wusste, dass diese existieren 😏




Ein paar Impressionen vom Sportschulgelände und wie man leider sehen kann ist vor dem Schauer auch nach dem Schauer.









Nun, der Freitag begann natürlich wieder mit dem vollen Anspruch an uns Teilnehmer.
Wir durchliefen also das am Vortag vereinbarte Aufwärmprogramm. Jeder von uns leitete eine Sequenz an und ich durfte sogar beginnen 😎
Renate hat uns hinterher alle total gelobt, das war wohl eine richtig gute Prepilates-Anleitung und eine weitere Möglichkeit die Gruppe aufzuwärmen.
Ich hab das alles auf Video, kann mir natürlich immer wieder mal Inspirationen holen, wenn ich will. 😊


Danach mussten wir die Ausarbeitung der ersten 9 Übungen, der anderen Gruppe ausführen - anstrengend, denn es waren viele Roll up and down enthalten und viele Übungen bei der die Bauchspannung unbedingt notwendig war.
Auch diese Sequenz ist komplett aufgenommen worden.
Das werde ich mir sicherlich öfter mal herausholen um meine Stunden vorzubereiten. Allerdings muss ich bei meinem gemischten Klientel darauf achten, dass ich immer eine leichtere Version zur Hand habe, die ich dann für weniger geübte Teilnehmer abwandeln kann.
Es wird interessant.
Jedenfalls gestaltete sich der zweite Teil dann so, dass wir die Übungen der anderen Gruppe ansagten - was mir sehr gelegen kam, denn ich konnte mich langsam wieder aklimatisieren. Natürlich ist es dann nochmals aufregend, wenn man so vor der Kamera aus dem Handgelenk Übungen ansagen muss, die man gerade erst seit 2 Tagen kennt. Lief wirklich gut, bei uns allen und es gab kräftiges Lob.

Ich hab mich dann tatsächlich vor der letzten Runde auch noch drücken können, 😎 indem ich mich natürlich sofort bereit erklärte die ganze Sache zu filmen 😎🤭- Renate leitete die Gruppe an und sie durchliefen eine schöne Choreographie der Advanced-Übungen.
Nach einer kurzen Abschlussbesprechung verabschiedeten wir uns voneinander. Ich werde im Juli zum Zertifikat nicht dabei sein, zum einen wird mir das Ganze dann doch etwas viel und zum zweiten ist gar kein Platz mehr frei - ich bin nicht böse, für die Prüfung brauche ich einfach noch ein wenig mehr Selbstdisziplin und Vorbereitung.   😏

Mal sehen wie das nächstes Jahr aussieht - man sollte sich ja auch immer noch etwas seiner Ziele aufheben, wobei es da mit verschiedenen Kursen schon noch erheblich mehr Weiterbildungsmöglichkeiten gibt.
Bye Bye Sportschule - ich denke wir sehen uns wieder


  

Angelika begleitete mich diesmal auf dem Weg zum Hauptbahnhof. 


Wir hatten die Gelegenheit uns während der Fahrt noch angeregt über unsere sportlichen Projekte zu unterhalten, suchten dann am Hauptbahnhof noch die passenden Verbindungen in unsere Heimat, verabschiedeten uns und strebten jeder allein zu seinem Gleis.


Im Zug nach Treuchtlingen ergatterte ich dann einen Fensterplatz in einer 4er-Sitzgruppe und eigentlich freute ich mich schon auf ein paar Stunden lesen, aus dem Fenster gucken und vielleicht ein paar Fotos machen.
Der Münchner Bahnhof hat tatsächlich den Charme eines U-Boot-Bunkers 😝 und ich komm bis heute noch nicht ganz klar damit 😉
Komischerweise war es in dem Waggon am Bahnhof schon so warm, und dann füllte sich der Zug - immer mehr, immer mehr und noch mehr Leute stiegen ein und ich fing langsam an zu schwitzen - puhh - ich kam, ohne die Gelegenheit zu einer Dusche, aus 4 Stunden Advanced-Training und saß nun in einem Zug mit vielen Menschen, die einem gefählich nahe kamen.
Ich hoffte auf Abkühlung, sollte sich der Zug endlich in Bewegung setzen. 

Dem war aber nicht so, im Gegenteil, nachdem die Sonne nun freien Zugang durch die Fenster und auf das Dach hatte, heizte sich die Innentemperatur zusehendst an - die Spanischen Mitreisenden, neben mir und mir gegenüber fächerten sich schon gegenseitig Luft zu. Der junge Mann versuchte zwischendrin mal das Fenster zu öffnen, was nicht möglich ist, denn die Fenster sind zu und sie bleiben zu, die Zugbegleiterin zuckte sich nicht mal, sie zu öffnen - und das bei kaputter Klimaanlage. Ich erwägte schon, das Abteil zu wechseln, in der Hoffnung es würde nicht den ganzen Zug betreffen - aber beim nächsten Halt beobachtete ich die aussteigenden Passagiere - rote Köpfe, verschwitzter Haaransatz und gestresste Gesichter - nein, auch weiter vorn war keine Klimaanlage in Betrieb.
Ich überlegte, wie hatten wir denn das früher ausgehalten?
Ja, klar, wir konnten die Fenster öffnen, Fahrtwind hereinlassen und somit war so eine Reise durchaus erträglich, aber so? Warum macht die Bahn da nicht eine Außnahme? Vor allem weil die kleinen Oberlichtfensterle doch eh nur zu kippen sind? Mann, mann - Literweise Körperflüssigkeiten und nicht nur von mir - Lesen war also nicht, also nahm ich die Kamera in die Hand und konnte ein paar schöne Bilder machen.
Leider war ich zu langsam für den grünen Reisebus, der da als Hühnerstall mitten in einer Wiese stand, und zu langsam für die Pferdekoppeln oder die Rinderweiden - und all den Schnickschnack, den man sonst von der Straßenseite gar nicht zu Gesicht bekommt. Schade, schade - aber irgendwie war es einfach viel zu heiß.
Ein paar Impressionen vom Altmühltal - von Eichstätt über Dollnstein nach Solnhofen und Pappenheim.








Mir sind so einige Gedanken durch den Kopf gegangen, als ich durch das Altmühltal mit seinen markanten Kalksteinmonumenten fuhr (die zwölf Apostel, wenn mich nicht alles täuscht). Ich war als Kind oft hier, mit meinen Eltern wandern, in einem Steinbruch und in Solnhofen den Archeopterix betrachten. Wir sind oft ein Stück mit dem Zug gefahren und ich musste mit bedauern feststellen, dass die Bahnhöfe, vor allem der von Pappenheim und der von Solnhofen sich überhaupt nicht verändert haben - sie sind beide noch genau so schlecht beieinander wie früher - als hätte man hier die Zeit angehalten - schade, wenn gerade für solche Orte im Altmühltal das Geld fehlt um einen anständigen Bahnsteig zu machen 😢
Ein absoluter Wiedererkennungswert - heute wie vor 40 Jahren - sehr bedauerlich. 😐


Nun, in Treuchtlingen endlich angekommen, konnten wir fluchtartig die Sauna verlassen und ratet mal - draußen war es schon kühler als drinnen und als ich dann in den anderen Zug wechselte, dachte ich ich setz mich in ein Eisfach - absolutes Gegenteil.
Ich brauchte ein Weilchen um die Betriebstemperatur wieder runter zu fahren, aber Lesen war nun nicht mehr möglich - dafür beobachtete ich die Menschen um mich herum.
Hier waren viele Menschen unterwegs, die direkt von der Arbeit kamen. Völlig unterschiedlich, aber alle mit dem gleichen Ziel - daheim. Außer ein Ehepaar, welches sich gerade auf den Weg nach Steinach befand - sie wollten wandern. Ja man bekommt so einiges mit, wenn man einfach still dortsitzt und aus dem Fenster schaut.
Ich hab das früher oft und auch gerne getan, ich hab die Menschen beobachtet und analysiert. Die meisten, die mit mir diesen Waggon teilten, waren mit sich selbst beschäftigt - der junge Mann in Arbeitskleidung öffnete sich eine Dose Bier - Feierabend. Der Geschäftsmann, ihm gegenüber konnte nicht von seinem Handy lassen - was beantwortete er? Die letzte E-mail, dann klingelte es und er führte ein Gespräch - ernstes Gesicht - armer Kerl, gibts keinen Ausknopf für das Ding?
Eine Muslima wechselte zusammen mit ihrer Tochter vom Fahrradabteil auf einen freien Sitz. Sie lächelte mich an - ich lächelte zurück. Ich war überrascht, festzustellen, dass ihr Mann im Fahrradabteil beim Kinderwagen blieb. Beim Ausstieg sah ich die kleine Familie davoneilen.
Ja, Eile - irgendwie war an diesem Freitag jeder in Eile.



In Ansbach standen wir dann ein bissle länger und ich konnte den einen oder anderen Blick auf die vorbeieilenden Menschen werfen. So strebten viele abgehetzt mit ernsten Gesichtern in die Unterführung - nach Hause oder zum nächsten Zug.
Ein älterer Herr, in Hawaii-Shorts, mit beigem Hemd, schwarzen, fast kniehohen Socken und Sandalen eilte über den Bahnsteig - die relativ langen grauen Haare verstrubbelt. Freudig begrüßte er eine ältere Dame, die sich kurz zuvor mit ihrem Koffer abmühte - er half und beide verließen zielstrebig den Bahnhof - lächelnd 💕

Ein Geschäftsmann verließ den Zug, richtete den Anzug, knöpfte sein Jackett zu, straffte sich und wollte eigentlich zur Treppe - das Telefon klingelte - geschäftlich, oder die Frau? Nun, das Gesicht war nicht zu deuten - zu abgehetzt, zu gestresst, keinen Blick für die kleinen schönen Dinge, die so ein Tag doch mit sich bringen mag.
Kurz bevor sich der Zug in Bewegung setzte, hastete eine kleine Asiatin die Treppe hinauf - sie eilte zur Tür, hielt inne, öffnete die Tasche und kramte ihren Plan heraus - noch zwei Minuten - sie versuchte sich zu orientieren, konnte die richtigen Zeilen wohl nicht finden - noch eine Minute - sie blättete durch mehrere Papiere, kontrollierte die Anzeige, blickte abermals auf die Anzeige direkt am Zug - Karlstadt - war es das was sie irritierte? - es pfiff, der Zug setzte sich in Bewegung und sie - ja sie hatte endlich gefunden was sie suchte - ich blickte ihr noch nach - sie stampfte mit dem Fuß auf, ärgerte sich, es war doch der richtige Zug - nun musste sie mindestens eine halbe Stunde warten - ob sie wohl ihre Reisegruppe verpasst hatte? Und wieder kein Lächeln 😞


In Oberdachstetten stieg dann eilig ein Ehepaar ein, sie setzten sich direkt in die Zweierreihe hinter mir.
Es wäre schwer gewesen den beiden nicht zuzuhören, wobei ich eben schon die ganze Zeit meine Sensoren empfangsbereit hatte.
Die Mama, sie hatten sie besucht und wussten nicht, ob sie sie überhaupt nochmal sehen würden. Es ging ihr wohl nicht so gut.
Hast du dich vom Georg noch verabschiedet? fragte sie und er hatte ihr geantwortet, dass er so gemacht hätte - (nun ich habe hinten keine Augen 😁) Na, wenigstens ein Zeichen, entgegnete sie. Er meinte dann, dass er wohl jetzt ein Sektlein trinken würde, es langt ihm für heut und Autofahren muss er auch nimmer. Sie fügt hinzu, gut, dass das die Mama das nimmer mitbekommt. Er stimmt ihr zu, ja, gut.
Sie raschelt mit einer Tüte - magst ein Stück Breze - er - ja gern. 


Ich stand auf, als der Schaffner den nächsten Halt ankündigte. Mir fiel ein Stein vom Herzen - daheim.
Auf dem Bahnsteig sammelte ich mich einen Moment und blickte dem ausfahrenden Zug noch ein wenig hinterher - Menschen, ja, auf so einer Reise begegnet man vielen unterschiedlichen Menschen, mir ist aber schon lange nicht mehr so bewusst geworden, wie ernst und verbittert wir alle durch die Gegend hetzen - kaum ein nettes Wort, kaum ein lächeln - immer nur Hetze und Stress. Ja, auch ich habe mich abgehetzt und war gestresst - gestresst von dem engen Zeitfenster der Zugfahrten, gestresst von der Hitze im Abteil - abermals gestresst vom eiligen Umstieg in Treuchtlingen, erst da fiel das langsam alles von mir ab.
Wir sollten uns öfter mal die Zeit nehmen uns umzusehen - zurückzulächeln, ganz besonders, wenn einem jemand freundlich begegnet. Aber warum nicht den Anfang wagen und einfach mal so lächeln? 😊

Ich straffte mich, packte mein Köfferlein und machte mich auf den Weg zur anderen Seite, wo mein Auto stand.
In der Unterführung blieb ich nochmals stehen - wie wunderschön war diese doch gestaltet worden. 



Daheim hat einen Namen 💖
Noch ein kleines Stück weiter und da wartete er dann auch schon auf mich.


Jetzt noch den Koffer einpacken und den Hügel hinabfahren und schon habe ich die Woche geschafft.
Ich öffnete die Fenster und als ich durch die Unterführung fuhr, stand da nicht ein Mann mit seinem Handy und photographierte die wunderschöne Malerei - ich musste lachen - er fühlte sich ertappt und lächelte zurück 😄

Was mich sonst noch so alles an diesem Wochenende erwartete erzähle ich euch vielleicht im Laufe der Woche. Vielleicht setzt ich mich auch hin und schreibe die drei Rezepte auf, die ich mir dieses Wochenende einfallen ließ.
Mozzarellanudeln mit Bolognese, Gulasch mit Blukoreis und Zuccinipuffern und zum Abschluss Lasagne. Mal sehen was mein Zeitplan so alles zulässt, denn :


- Der erste Coverentwurf für Rex Sanders liegt mir bereits vor. Hier gibt es noch Redebedarf.
- Die Korrektur läuft im Hintergrund weiter und weiter und weiter - so tröpfchenweise, aber stetig 😊


Ich möcht euch deswegen auch nicht zuviel versprechen.
So jetzt noch einen wunderschönen Sonntagabend. Startet gut in die neue Woche 😊


Liebe Grüße 

Veronika

Sämtliche in diesem Post veröffentlichte Photos unterliegen meinem © Copyright.

Samstag, 2. Juni 2018

Zwischenmeldung


Rex Sanders befindet sich in der Korrektur und mir sind die Hände gebunden 😖
Das Cover wird frühestens Ende Juli in die Bearbeitung gehen - ich muss da auf den Terminplan meines Designers achten 
😏

Wie ihr sicherlich wisst, lese ich nebenher sehr gerne und so habe ich gestern auf LovelyBooks erneut ein Rezensionsexemplar gewonnen. Auf diese Leserunde bin ich total gespannt, denn das Thema interessiert mich richtig arg.
Eine Autobiographie einer Frau die von Ost nach West gegangen ist. Tolles Thema und ich bin jetzt schon total gespannt auf die Gespräche während der Leserunde.

Ja, aber was mach ich denn, bis dieses Buch bei mir ankommt?
Naja, also so einfach mal nix geht bei mir ja irgendwie nicht. 😅
Fahre ich doch nicht am Mittwoch nach Oberhaching zu einem Pilates-Advanced-Kurs. Zwei Tage abtauchen in eine andere Welt, zwei Tage Sportschule mit Doppelzimmer 🙈

und Kantinenessen (welches ich leider zu 90% nicht essen kann). Ach und im Spiegelsaal mit all den hübschen schlanken Mädels als "nudeldicke Deern" 🐳
Japp, so fühlt sich das für mich an und ich versuche jedes Mal meine Frau zu stehen und zu sagen - fu** - auch dicke können 😏

Dennoch zwickt es mich immer wieder, an "Wanderer zwischen den Welten" weiter zu arbeiten. Die Geschichte um Markus und Leila, beide aus verfeindeten Gesellschaften, gestrandet auf einem lebensfeindlichen Waldplaneten, hat so ihren Reiz (für mich), aber gerade jetzt habe ich die Gelegenheit meine gesammelte Erfahrung aus den ersten beiden Teilen von 'die dritte Generation' in  die 'Tempel von Teshinpur' einfließen zu lassen.
Ich überarbeite also zum wiederholten Male die Dateien und stieß auf dieses:


"Also, wenn ich dich besser kennen würde, dann würde ich dich vielleicht sogar noch auf einen Kaffee einlanden. Aber ich glaub, für heute ist es genug, oder was meinst du?" sagte Chiara.
"Glaub ist genug für heute. Aber wenn du mal Lust hast was mit mir zu unternehmen..." bevor er aussprechen konnte, kramte Chiara einen Kugelschreiber aus ihrer Tasche, griff seine Hand  und schrieb ihre Handynummer in die Handfläche.
"Ruf mich an, wenn dir was Verrücktes einfällt." sagte sie, und gab ihm einen Kuss auf die Wange.
Schnell drehte sie sich um, drückte gegen die Tür und verschwand im Haus. Sie eilte die Stufen hinauf, schoss die Wohnungstür auf, machte das Licht an und ging zum Wohnzimmerfenster. Sie sah, wie er die Straße überquerte und wenige Meter weiter in einer Seitenstraße verschwand.


Eigentlich bin ich ganz froh, dass er selbst so einsichtig war, nicht noch auf eine Tasse Kaffee zu ihr zu gehen. 🙈
Wahrscheinlich hätte er sie sonst bereits an diesem Abend gebissen.
Ja, ihr lest richtig, mal was anderes, so ein bisschen Urban Phantasy und ja, es gibt so was vampirähnliches, nur heißen die nicht so und sie glitzern nicht 😝.
Mann nennt sie Shadouk, aber er ist keiner, er repräsentiert genau genommen die 'andere' Seite.
Werwölfe wird es übrigens auch geben, aber erst im zweiten Teil.
Wie ihr sehen könnt - mit Rex Sanders ist sehr wahrscheinlich die Reihe um die Meschun beendet (außer mir fällt tatsächlich noch eine interessante Story rund um Dash Lingston ein 😏)
Genau genommen ist es gar nicht so schlimm, denn wie ihr alle sehen könnt, liegt hier genug Material - also die Tempel, Shadouk und Altaika - Robert ist begonnen genau wie diese Story um Markus und Leila - ich hab ja erst angefangen und lasst uns mal gemeinsam sehen, was sich da aus diesem Berg noch so alles entwickelt.

Ein wunderschönes Wochenende wünsch ich euch

LG
Veronika

Sonntag, 27. Mai 2018

Hollerpfannies

Hallo meine Lieben,

jetzt habe ich tatsächlich schon eine ganze Weile nichts mehr von mir hören lassen.
Das war keineswegs beabsichtigt, es lag an der neuen europäischen Datenschutzverordnung (DSVGO) 🙄
Leider muss ich die Augen verdrehen, denn tatsächlich bringt diese Verordnung wohl kaum wirklich Vorteile für den Verbraucher - außer, dass wir überall, beim Arzt, beim Apotheker, bei unserer Bank, bei unserer Versicherung, bei unserem Verein, bei unserem Nebenjob und, und, und ... eine Unterschrift tätigen müssen, damit wir weiterhin die Vorteile einer Beratung, einer Untersuchung, von ganz vielen Vorteilen behalten können - Datenspionage bleibt, während viele tolle Sachen, wie z.B. Straßenfotographie zukünftig auf der Strecke bleibt. Zudem haben gerade in letzter Zeit viele kleine Blogs aufgegeben, weil sie die Thematik einfach überfordert. Schade, sehr schade und ich hoffe, dass dennoch die Vielfalt verschiedener Geschichten erhalten bleibt.
Meine bleibt (sofern ich jetzt alles richtig gemacht habe)
Ihr könnt also ab heute meine Datenschutzerklärung lesen, hierzu muss ich anfügen, dass ich mir als Privatmensch diese kostenlos heruntergeladen habe und sie auch auf meine Bedürfnisse zugeschnitten ist. 

-Ich habe keinen Internetshop
-Ich verkaufe keine Produkte auf meiner Seite
-Ich mache Werbung - aber ausschließlich über die Rezensionen, die ich abgebe
-Ich habe weiterhin Teilen-Buttons, weil ich möchte, dass meine Fans mich weiterhin bekannt machen.
-Sämtliche Bilder auf meinem Blog entspringen meinem Handy oder meiner Kamera und sobald ich weiß, wie ich eine Signatur einbauen kann, werde ich das auch tun.
So, ich hab jetzt nach bestem Willen und Gewissen alles getan um euch mit irgendwelchem rechtlichen Blabla vollzukleistern - stimmt ihr dem zu, dürft ihr gnädigerweise meinen Blog weiterlesen - ansonsten - schmort in der Hölle *harhar*
(Das tat ich - die letzten Wochen)
Jetzt ist aber genug mit Datenschutz und so.
Heute möchte ich mit euch ein neues Rezept teilen.
Wie die meisten wohl wissen, verbrachte ich ein paar Wochen in den USA - ja ich gestehe, ich habe mich tatsächlich nicht sonderlich gut an meine eigenen Vorgaben gehalten und bin in Sachen Kohlenhydrate weit über das gesteckte Ziel hinausgeschossen - Burger - Pizza - Sandwich - aber auch Steak, Salat and Vegetables.
Seither ist es mir trotz 2 tägigem Fastenreset nicht ganz gelungen wieder in meine alte Form zurück zu kehren. 😖

Ja, so ganz langsam wird es zwar wieder, aber generell schaut alles doch mehr 'Logish' aus, als LCHF - Fett fehlt und KH sind immer noch zu hoch.
Ich bin tatsächlich gespannt, was mein Doc bei der nächsten Quartalsuntersuchung sagt - ich rechne diesmal fest mit einem Wert über 6 😎


Ich bin mir sicher, das bekomm ich wieder in den Griff 😉

Also bevor ich euch mein sonntägliches Logi-Experiment eröffne, würde ich euch dennoch gerne ein paar Neuigkeiten unterbreiten.

1)
Rex Sanders befindet sich in der Korrektur - Rechtschreib- und Interpunktionsfehler werden so gut es geht ausgemerzt und so manche Formulierung in die richtigen Bahnen gelenkt 💌
2)
Ich stehe in Kontakt mit einem neuen Grafik-Designer. Ein junges Talent, welches sich aber gerade in Ausbildung befindet und natürlich kräftig auf seine Prüfungen hinarbeiten muss, bevor er sich so einem Projekt wie Rex Sanders widmen kann.
Ich treffe ihn in zwei Wochen persönlich und dann können wir vielleicht ein paar Eckpunkte festlegen.
Ich sagte euch - ihr werdet bis September warten müssen, bis ihr die Lebensgeschichte von 104 erfahrt 😘

3)
Überraschenderweise wurden meine Trainerfähigkeiten angefragt - und das nicht nur einmal.
So wie es aussieht habe ich für Herbst 2018 mindestens einen 7 - Stundenkurs, Pilates, in der Soleklinik in BadW.
Wenn dieser gut angenommen wird, gleich hinterher nochmal 7 Stunden - ach und eine Anfrage vom Fit&Fun Fitnesscenter in Ansbach - sie haben Interesse an Kantaerastunden.
Tja, es wird wohl darauf hinausgehen, dass ich ein Kleingewerbe anmelde - fragt sich nur, ob ich die Autorentätigkeit gleich mit aufnehme oder nur 'Fitnesstrainer'   *lachtgscheit* 😂


So, nun möchte ich einfach mal mit dem Rezept beginnen 😋

Hierzu sollte ich vielleicht erklären, dass wir leider dem Holunder auf unserem Grund den Garaus machen mussten, da er Fundamente bedrohte.
Man kann sich wohl unsere Grünlage nicht vorstellen, bevor man sie nicht selbst gesehen hat - wir wohnen nämlich mitten in der Stadt - ein altes bäuerliches Anwesen umgeben von - ja - mist - Scheunen, Straßen und Häusern 😕

Es hat uns jetzt wirklich über 10 Jahre Lebenszeit gekostet, den wenigen freien Hof in eine grüne Oase zu wandeln.
Es ist noch lange nichts perfekt, aber vielleicht kann ich dieses Jahr bereits erzählen, wie es werden soll - vorausgesetzt die Städtebauförderung lässt endlich die blöde Scheune aus der Planung. (hierzu wird es dann separate Info geben)
Nun gut, wir mussten den Holunder entfernen, weil er den Anbau statisch gefährdete - aber auf dem Nachbargrundstück, direkt an dem Zaun zwischen Garage und Scheune - da wächst er noch und er blitzte mit ein paar schönen Blüten zu uns herüber. 😊
Wie oft wollte ich das schon mal ausprobieren - Pfannkuchen mit Hollerblüten.
Ich gestehe, bevor ich wusste, dass ich Getreide nicht sonderlich gut vertrage, hab ich dieses Rezept immer vor mich hingeschoben - gestern aber überkam mich diese Idee.

Ich bin also hinüber zum Nachbarn, habe ein paar Blüten abgeschnitten und verarbeitet.

Ich kann nicht sagen wieviel Gramm das waren, nur, dass ich 12 Blütendolden verwendete. 




Ich habe die Blütendolden nicht gewaschen, sondern nur abgeschüttelt und nach Insekten kontrolliert.



Rezept:
200g Kichererbsenmehl
4 Esslöffel Haferkleie

8 Eier
400 ml Milch
2 Esslöffel Xucker





ich hab die Eier getrennt, die Eigelb und die Milch mit KEM und Haferkleie vermengt und das steif geschlagene Eiweiß hinterher untergehoben - machte es fluffiger - musste aber selbst in großer Menge Kokosöl gewendet werden.-






Ich hatte richtig viel Kokosöl in der Pfanne und leider musste ich die Pfannies wenden - im Rezept hätten sie eigentlich auf einer Seite durchgaren sollen - tja, Kichererbsenmehl ist wohl nicht so hitzeresistent wie Weizen 😬





Wir verfeinerten unsere Portion mit pürierten, ungesüßten Erdbeeren und Zimt/Xucker.

Passt bitte beim Ausbacken auf die Temperatur auf - das ist kein Weizenmehl, welches die Hitze erträgt, das wird schnell dunkel und das will man ja nicht wirklich.

Hollerpfannies sind ein wirklich cooles, saisonales und natursüßes komplettes Mittagessen 😋
lasst mich nur mal ganz kurz die Werte bekannt geben

ich habe aus der angegebenen Menge 12 große Hollerpfannies herausbekommen

pro Pfanni, Logish, aber nicht LCHF oder Paleo oder Primal oder, doer

13 g KH pro (gleichmäßigem Stück, mit Zimtxucker und Erdbeermus)
8,25 g Protein
4.8 g Fett




Zimtxucker
4 Esslöffel Xucker, gemischt mit 2 Teelöffeln Zimt

Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Sonntag

Liebe Grüße

Veronika

Sonntag, 13. Mai 2018

Rezension/Werbung - Lichtgeboren von Alison Sinclair

Vor meinem USA Urlaub stieß ich auf einem Wühltisch auf ein preisreduziertes Mängelexemplar des Romans Lichtgeboren von Alison Sinclair.
Das Cover und der Klappentext haben mich direkt angesprochen und so entschloss ich mich, das Buch mitzunehmen obgleich es sich um den zweiten Teil einer Trilogie handelte.
Ich dachte mir, dass wird sich schon irgendwie selbst erklären. Beim Lesen hingegen wurde mir schon klar, dass man zwar irgendwann den Anschluss erhält, aber weitaus schwieriger, als wenn man gleich mit Teil 1 begonnen hätte 😉. Hierzu später etwas mehr.
Ich beginne erst mal mit den generellen Informationen:



Über die Autorin:
Alison Sinclair ist in Edinburgh aufgewachsen und hat in Kanada, den USA und Großbritannien gelebt. Sie besitzt 3 Universitätsabschlüsse und arbeitet (oder arbeitete, das lies sich nicht genau herausfinden) als Professor für moderne spanische Literatur am Claire College in Cambridge.
Ihren ersten Roman, "Legacys" veröffentlichte sie 1995 und seit 2009 erschien die Trilogie "Nightborn (Nachtgeboren)
"Lightborn" (Lichtgeboren) und 2012 dann der Abschluss mit "Shadowborn" (Schattengeboren) 


Quelle: Buchrücken, Wikipedia 

Grundlegende Daten von 'Lichtgeboren'
Taschenbuch: 448 Seiten
Sprache: Deutsch (übersetzt aus dem Englischen)
ISBN-10: 3802583361
ISBN-13: 978-3802583360
Größe: 12,4 x 3,4 x 18 cm

Klappentext:
Die Gesellschaft der Lichtgeborenen wird in großen Aufruhr gestürzt, als ihr Prinz Isidore durch ein Attentat ums Leben kommt. Alles deutet darauf hin, dass bei dem Anschlag Magie im Spiel war. Floria Weiße Hand, die zur Leibwache des Prinzen gehörte, gerät unter Mordverdacht und sucht Schutz am Hofe der Nachtgeborenen. Doch bald wird klar, dass der wahre Feind von außen kommt - aus den düsteren Schattenlanden ...

Cover:
Das Cover zeigt eine junge Frau in einem goldenen Rahmen hinter ihr ein, in Sonnenlicht getauchter Platz vor einem schlossähnlichem Gebäude.
Die junge Frau, vermutlich Floria Weiße Hand hält in der Hand eine Stichwaffe, ich vermute hierin ihr Rapier (dieses wird des öfteren angesprochen)
Das Cover hat mich neben dem Klappentext sehr angesprochen und grundsätzlich dafür gesorgt, dass ich das Buch mitgenommen habe.
Leider unterscheidet es sich von dem, der englischen Originalversion, was ich sehr bedauerlich finde, denn es entsteht der Eindruck, dass vielleicht auch die Übersetzung das ein oder andere Mal nicht ganz so exakt läuft.
Dies scheint allerdings öfter zu passieren, bei einem anderen Autor wurde der Buchtitel anders übersetzt. Vielleicht denkt man, die Deutschen brauchen einen Unterschied. Meine Aufmerksamkeit wäre auch durch das Originalcover erregt worden.
(Zum Vergleich, hier der Link zum Originaltitel auf Amazon - bitte beachten, hier gelten die Datenschutzrichtlinien von Amazon!
https://www.amazon.de/Lightborn-Paperback-Alison-Sinclair/dp/B008MN3L8U/ref=sr_1_12?ie=UTF8&qid=1526201069&sr=8-12&keywords=alison+sinclair)


Ich gebe deshalb hierfür

⭐⭐⭐⭐


Idee:
Die dahinterliegende Idee wurde mir erst recht spät bewusst, genau genommen erst nachdem ich die Geschichte gelesen hatte. Sprechen wir hier einmal davon, dass es einfach besser ist, den ersten Teil gelesen zu haben, bevor man sich über den zweiten macht. 😎
Die Idee ist letztlich einfach Toll.
Ein magischer Fluch teilt die Menschen in Nacht- und Lichtgeborene und sorgt dafür, dass die einen durch das Licht verbrennen und die anderen durch die Nacht vergehen.

hierfür von mir

⭐⭐⭐⭐⭐

Schreibstil:
Die gesamte Geschichte ist in einer Art 'gehobener' Sprache geschrieben. Erzählerisch bewegt man sich ja auch durch die beiden Höfe der Lichtgeborenen und der Nachtgeborenen.
Ich hab ein wenig gebraucht um in einen Lesefluss zu gelangen. Man muss sich doch ein wenig umstellen und manches mal nochmals darüberlesen, weil die Wortwahl nicht gleich verständlich ist.
Im Original kann ich es mir sogar noch ausdrucksstärker vorstellen.

hierfür von mir

⭐⭐⭐⭐

Geschichte/Umsetzung:
Ich habe ein wenig gebraucht um für mich herauszufinden wer denn nun in diesem Roman die eigentliche Hauptfigur ist. Nach dem Cover und dem Buchrücken zu urteilen, dachte man eigentlich an 'Floria Weiße Hand' und mehr an die Geschichte der Lichtgeborenen, anstatt an eine direkte Fortführung des ersten Bandes. Es geht weiterhin um die Nachtgeborene Prinzessin Telmaine Hearne, Tochter des Herzogs von Stott. Telmaine ist aber nicht nur eine angesehene Dame bei Hofe, sie verfügt über außerordenliche magische Fähigkeiten, die für eine Dame von ihrem Stand den völligen Ruin bedeuten können.
Es hat eine Weile gedauert, herauszufinden, dass die Nachtgeborenen die angeborene Magie als einen Makel betrachten und Magier ächten und vor allem fürchten.
Die Lichtgeborenen hingegen sind auf Magie angewiesen, denn ohne Sonnenlicht würden sie elendig zu Grunde gehen. Also schließen sie einen kostspieligen Pakt mit dem Tempel der Magier, der ihnen Sonnenlicht und Schutz garantiert.
Der Tempel der Magier wird von Magiern geleitet, die eine reine Blutlinie vorzeigen, gezüchtet eben.
Neben diesen Magiern existieren auch die sogenannten 'Wildschläge' die scheinbar aus einer Laune der Natur heraus entstehen oder weil irgend ein Familienmitglied vor langer Zeit mit Magie gesegnet war.
Auch Telmaine ist ein sogenannter 'Wildschlag' und ihre Fähigkeiten sind die eines Magiers mit hohem Rang, nur weiß sie bisher kaum damit richtig umzugehen.
Vladimer, der Meisterspion und Bruder der Nachtgeborenen, kennt ihr Geheimnis und nötigt sie dazu, ihn und seinen Bruder, den Erzherzog zu beschützen.
Man erfährt auch einiges über Floria Weiße Hand, die keine Magierin ist, aber mit einem Schutzzauber belegt wurde.
Sie gehört zur Leibgarde des Prinzen und fungiert als Vorkosterin, da sie in der Lage ist die Gifte zu entlarven.
Man erfährt auch viel über Missgunst und Intrigen bei Hofe der Lichtgeborenen. Hier wird ziemlich schnell klar, warum die Lichtgeborenen diverse Schutzzauber benötigen um überhaupt am Leben zu sein.
Trotz all diesen Schutzzaubern stirbt Prinz Isidore, weil alle magischen Lampen seiner Räumlichkeiten auf einmal erlöschen.
Die Ereignisse überschlagen sich, die Lichtgeborenen verdächtigen die Nachtgeborenen und integrieren dennoch ständig gegeneinander.
Als der Erzherzog der Nachtgeborenen schwer verletzt wird, steht die Magie der Lichtgeborenen als erstes in Verdacht.
Es scheint sich ein Krieg zwischen den beiden Häusern zu entwickeln.  Immer mehr scheint es, dass die beiden Höfe gegeneinander aufgehetzt werden sollen. Dem ganzen hängt ein sonderbarer Duft an, nach Schattengeborenen, nach anderer Magie, böser Magie, die von den Tempelmagiern nicht wahrgenommen werden kann, die von den verachteten 'Wildschläge' aber entlarvt werden kann.
Es ist spannend zu lesen, wie sich die verschiedenen Ereignisse ineinanderfügen, aber auch auseinanderdriften und auf ein offenes Ende hinsteuern. Natürlich, es gibt ja noch einen dritten Teil, auf den ich auch schon sehr gespannt bin. Allerdings werde ich auf jeden Fall erst mal den ersten Teil lesen, um den richtigen Einblick in Talmaines Geschichte zu erhalten.
Für die Geschichte und die Umsetzung der Idee gebe ich ohne mit der Wimper zu zucken

⭐⭐⭐⭐⭐



Lichtgeboren
ist der zweite Teil der Geschichte um Prinzessin Telmaine Herne und erzählt wie sie langsam immer vertrauter mit ihrer Magie wird. Da ich leider den ersten Teil bisher noch nicht gelesen hatte, tat ich mich beim Einstieg etwas hart, dennoch erklären sich so einige Eigenarten, wie die farblose Welt der Nachtgeborenen und der Art ihrer Ultraschallorientierung, da sie offensichtlich blind sind.
Gleichzeitig wird ein optisch schönes Bild der Lichtgeborenen gezeichnet, welches durch Missgunst und Neid vergiftet scheint. Es macht den Anschein, dass die Magie die Ursache für all diese Intrigen ist und immer wieder lenkt sich ein Verdacht auf die Schattengeborenen.
Ich persönlich wurde von einigen Szenen sehr mitgerissen, so ging mir der Angriff gegen den Turm der Magier doch sehr nahe.
Ich bin gespannt wie es weitergeht und habe mir gleich Teil 1 und 3 bei Medimops bestellt,
mein Fazit, sehr empfehlenswert.

Gesamtwertung:


⭐⭐⭐⭐
 

(eigentlich 4,5 - ich habe in meiner Emojikiste leider keinen halben Stern 😁)




natürlich bekommt ihr gerne wieder ein paar Links zum Buch

Amazon (bitte die Datenschutzrichtlinien von Amazon beachten)

https://www.amazon.de/Lichtgeboren-Nachtgeboren-Band-Alison-Sinclair/dp/3802583361/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1526204695&sr=8-2&keywords=nachtgeboren&dpID=61HfZaY2h1L&preST=_SY264_BO1,204,203,200_QL40_&dpSrc=srch

Lovelybooks (bitte auch hier die Datenschutzrichtlinien von Lovelybooks beachten)

https://www.lovelybooks.de/autor/Alison-Sinclair/Lichtgeboren-504614558-w/

Hier an dieser Stelle werde ich, sobald gelesen, dann auch noch zu den Blogartikeln von Teil 1 und 3 verlinken 😉

Im übrigen kann ich jetzt durchaus nachvollziehen, warum "Süden" einigen Lesern nicht ganz so ausführlich vorkam und ihnen Details gefehlt haben.
Ich hätte tatsächlich noch ein mal die besonderen Fähigkeiten meiner Schützlinge wiederholen können, ohne den Leser zu langweilen. Vielleicht werde ich das bei einer Neuauflage berücksichtigen oder bei der Gesamtausgabe, die mir so im Kopf herumschwirrt. 


Jetzt wünsche ich euch noch einen wunderschönen Sonntag und für alle Mamis einen wunderschönen Muttertag 💖


Viel Vergnügen beim Lesen

Eure
Veronika